Elektrische Landmaschinen und PV-Anlagen ergänzen sich

Milchviehbetriebe zeichnen sich durch zwei Lastspitzen am Morgen und am Abend aus, zwischen denen der Betrieb kaum Strom bezieht. Elektrische Landmaschinen können helfen das Netz besser zu nutzen - optimal aber nur in Kombination mit einer PV-Anlage.

Im Rahmen des Verbundprojektes „SESAM – Entwicklung eines vollelektrifizierten Traktors“ wurde von der Firma B.A.U.M. Consult GmbH München/ Berlin eine Folgenabschätzung erstellt, die Antworten auf folgende Fragen gibt:

1.  Wird netto eine Verringerung der Treibhausgasemissionen und der in die Atmosphäre abgegebene Schadstoffe erreicht, wenn außer dem Betrieb der Maschine auch die durch die Produktion zentraler Komponenten (Li-Ionen Batterie etc.) bedingten Emissionen berücksichtigt werden?
Antwort: Verglichen mit diesel-getriebenen Maschinen ja, vorausgesetzt, die elektrische Energie stammt aus erneuerbaren Quellen.

2.  Wie hoch ist die Verringerung der Lärmemissionen und wie ist diese Verringerung mit Blick auf touristische ländliche Regionen zu bewerten?
Antwort: Die Verringerung ist bedeutend, wenngleich ohne direkte arbeitsschutzrechtliche und umweltrechtliche Konsequenzen, erlaubt aber, dass vollelektrische Landmaschinen nachts und zu Ruhezeiten an Stellen zum Einsatz kommen können, an denen es ihnen bislang verwehrt ist, zum Beispiel bei Ortsdurchfahren.

3.  Kann die Vermutung untermauert werden, dass vollelektrische Landmaschinen die Integration Erneuerbarer Energien in elektrische Netze erleichtern?
Antwort: Ja, im Fall batterie-getriebener Landmaschinen sofern die Batterie dann geladen wird, wenn die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen hoch ist. Umgekehrt muss gesagt werden: eine vollelektrische batterie-betriebene Landmaschine belastet tendenziell das Netz zur allgemeinen Versorgung. Diese Belastung kann durch die Kombination mit einer Anlage zur Erzeugung von elektrischer Energie aus erneuerbaren Quellen kompensiert werden. Optimal ist die Kombination mit einer PV-Anlage, deren Nennleistung ähnlich hoch ist, wie die Ladeleistung der Batterie.

4.  Welche sonstigen Folgen können qualitativ beschrieben werden?
Antwort: Vollelektrische batterie-betriebene Landmaschinen können als sicher und gut bedienbar betrachtet werden, und die für die Batterien benötigten Lithium-Reserven sind ausreichend hoch. Ihre Praxistauglichkeit wird jedoch dadurch eingeschränkt, dass ihre maximale Betriebszeit zwischen zwei Ladevorgängen deutlich kürzer ist als die äquivalenter diesel-betriebener Landmaschinen zwischen zwei Tankvorgängen. Dies schränkt das Einsatzgebiet im Wesentlichen auf viehhaltende Betriebe ein. Gerade dort ist jedoch der Beitrag zur besseren Netzintegration Erneuerbarer Energien besonders hoch.

Die vollständige Folgenabschätzung finden Sie zum Download hier.






Aktuelles

SESAM-Traktor auf Hannover Messe 2017

Auf der HMI 2017 vom 24.-28. April wird der SESAM-Traktor am Gemeinschaftsstand C28 des BMWi in Halle 002 vorgestellt.
Weiterlesen... more information







Kontakt • Impressum